Einer liebt ihn, viele hassen ihn, alle fürchten ihn - den Algorithmus

Bevor ein geteilter Beitrag Abonnenten angezeigt wird analysiert ihn der Algorithmus

Zugegeben ist das jetzt recht provokativ formuliert. Fakt ist aber, der Algorithmus ist unter Content-Creatorn auf Instagram ein heiß diskutiertes Thema. Warum? Nun ja, weil niemand genau seine Funktionsweise kennt. Besagter Algorithmus aber, zwischen dem Nutzer und dem steht, was dieser auf der Plattform möchte – Sichtbarkeit und Reichweite! Gerade wenn du ein neues Profil startest und nicht gerade eine kleine Berühmtheit bist, der die Leute in Scharen zufliegen, bist du ganz besonders darauf angewiesen, dass deine Beiträge möglichst vielen  Nutzern angezeigt bzw. empfohlen werden damit neue Leute auf dich aufmerksam werden und du eine eigene Community aufbauen kannst.

Die Notwendigkeit des Algorithmus

Seit den Anfangstagen von Instagram, genau vor 10 Jahren, hat die Plattform an der Art wie hochgeladene Beiträge angezeigt werden einiges verändert. Früher erschienen Beiträge ausschließlich chronologisch in der Reihenfolge wie sie zeitlich hochgeladen wurden. Dabei landete immer der Beitrag auf Platz 1 welcher zuletzt hinzugefügt wurde. Da die Anzahl der Beiträge mit steigender Nutzerzahl natürlich ebenfalls anstieg und das Ganze immer unübersichtlicher wurde, (von den inhaltlich fragwürdigen Dingen mal ganz zu schweigen) begann Instagram Beiträge irgendwann nach “Relevanz” zu filtern und anzuzeigen. Das war die Geburtsstunde des ALGORITHMUS. Instagram hat bis heute nicht vollständig veröffentlicht welche Faktoren, wie genau dafür verantwortlich sind, wo und wann dein Beitrag angezeigt wird. Wie Adam Mosseri, der Chef von Instagram sagt, will Facebook (wozu Instagram ja mit gehört) mit dieser Art der Anzeige dafür sorgen, dass Nutzern nur Beiträge angezeigt werden, die wirklich interessant für sie sind. Ist doch nett, oder?

Facebook als Unternehmen macht das natürlich nicht ganz uneigennützig. Wenn du immer mehr Content siehst, der dich interessiert bleibst du selbstverständlich in der App und je länger du darin herumstöberst, umso mehr Werbung kann dir angezeigt werden. Und Werbeumsätze sind eine der Haupteinnahmequellen des Tech-Giganten. 2019 betrugen diese stattliche 69,66 Milliarden US-Dollar.

Das Ranking Prinzip im Hintergrund

Legen wir die eben beschriebene Erkenntnis mal zugrunde, heißt das vereinfacht – Willst du sichtbar werden, mache Content der andere Nutzer in der App hält und der Algorithmus ist auf deiner Seite! 

Algorithmus ist dabei nicht gleich Algorithmus. Unterschiede gibt es hier nochmal analog der 2 verschiedenen Anzeigen in der Instagram App, nämlich ob es sich um einen Beitrag eines bereits abonnierten Kanals handelt oder um einen Beitrag eines unbekannten Kanals.

Was führt nun dazu, ob du in der Anzeige deiner Abonnenten oben, unten oder vielleicht überhaupt nicht erscheinst?

Instagram bewertet dabei jeden einzelnen Beitrag der hochgeladen wird und verteilt virtuelle Punkte.

  • Phase 1: Instagram betrachtet alle Beiträge die du aufgrund deiner abonnierten Kanäle angezeigt bekommen müsstest
  • Phase 2: Da jetzt logischerweise nicht jeder Beitrag als erstes angezeigt werden kann, durchsucht Instagram die Beiträge nach Hinweisen, die einen Aufschluss darüber geben, welcher dieser Beiträge dich am ehesten interessieren könnte. Und genau um diese Auswahlkriterien ranken sich viele Mythen, denn Instagram hat noch nie veröffentlicht was genau dort alles mit berücksichtigt wird. Diesem Thema widme ich mich noch ausführlich in einem extra Blogbeitrag.
  • Phase 3: Jetzt geht Instagram noch einen Schritt weiter und versucht vorherzusagen, welche der Beiträge du so spannend findest, dass du sie kommentieren oder sogar selbst teilen würdest um auch deine Freunde/Follower auf diesen “wichtigen” Beitrag hinzuweisen.
  • Phase 4: Die in jeder Phase virtuell zugeteilten Punkte werden nun addiert und ergeben ein Gesamtranking für einen Beitrag. Diese “Gesamtpunktzahl” macht Beiträge untereinander vergleichbar. Und so bekommt der Beitrag einen entsprechenden Platz in deinem Newsfeed zugeteilt, wo du ihn dann siehst. 

Werden immer alle Beiträge angezeigt?

In Bezug auf den Newsfeed deiner Abonnenten würde ich auf Basis der beschriebenen Funktionsweise des Algorithmus sagen, eigentlich ja! Der Grund weshalb Beiträge nicht gesehen werden, liegt meiner Meinung nach wahrscheinlich daran, dass sie so weit hinten angezeigt werden und Nutzer den Newsfeed verlassen bevor sie deinen Beitrag erreicht haben. Beim nächsten Aufruf werden dann neuere relevante Beiträge angezeigt und so wandert dein Beitrag immer weiter nach hinten. Die Wahrscheinlichkeit gesehen zu werden sinkt weiter.

Wie bereits kurz erwähnt gibt es da aber noch die 2. Anzeigemöglichkeit und zwar wenn es darum geht bisher unbekannten Nutzern empfohlen zu werden z.B. auf der “Entdecken” Seite. Der Bewertungsprozess bleibt in etwa gleich, mit dem einen Unterschied, dass hier dein komplettes Profil ein Ranking bekommt, nachdem dann entschieden wird an welcher Stelle dieses empfohlen wird. Wenn es überhaupt empfohlen wird, denn bei der Anzeige von Empfehlungen legt Instagram verschärfte Kriterien zu Grunde!

Hier erfährst du welche Inhalte eingeschränkt werden bzw. welche Profile nicht empfohlen werden

Viele Creator vermuteten bereits, dass hin und wieder ihre Reichweite bewusst eingeschränkt wird. Und noch mehr! Über eine komplette Verbannung wurde geklagt und Wörter wie “Shadowban” machten die Runde. Erst vor kurzem gab es offizielle Angaben von Instagram woraus ersichtlich wird, dass der Shadowban tatsächlich existiert. In den Gemeinschaftsrichtlinien sowie noch detaillierter in den Richtlinien für Empfehlungen können Creator sich informieren von welchen Inhalten/Profilen Instagram tatsächlich die Reichweite einschränkt. Allerdings beziehen sich diese Aussagen speziell nur darauf ob du neuen Leuten vorgeschlagen wirst auf z.B. der “Explore”-Seite oder über “Konten, die dir gefallen könnten” und nicht auf die Reihenfolge der Beiträge im Newsfeed bereits bestehender Abonnenten.

Was heißt das jetzt in der Praxis?

Ziemlich eindeutig kann ich dir sagen, ließ dir die Gemeinschaftsrichtlinien und die Richtlinien für Empfehlungen durch und vermeide darin beschriebene verbotene Inhalte! Instagram erkennt alles und wenn du erst einmal im Shadowban bist, ist unklar wie lange dein Profil quasi unsichtbar für potenzielle Neukunden ist. D.h. für dich, du wendest Zeit auf ohne große Werbewirkung!

Was die Rankingkriterien der Beiträge im Newsfeed angeht, heißt es vorerst weiter Trial-and-error! Hier profitiert, wer sich schon ausgiebig mit dem Thema beschäftigt hat und selbst durch aktive Nutzung den Algorithmus studiert. In einem separaten Blogbeitrag werde ich darauf noch genauer eingehen und einige Kriterien beschreiben, welche ich selbst glaube im Verlauf der Nutzung erkannt zu haben und auch Aussagen anderer Experten zusammentragen.